Bulldog - Wissenswertes zum Welpenkauf

März 2012: Da die aktuelle Zucht- und Showszene - von ganz vereinzelten positiven Ausnahmen abgesehen - keinerlei innere Bereitschaft zeigt, eine Gesundung dieser gebeutelten Hunderasse einzuleiten, muss leider im allgemeinen vom Kauf eines Bulldog-Welpen zur Zeit abgeraten werden.


Wenn euch der Bulldog lieb ist, dann boykottiert die aktuelle Zucht- und Showszene!*

Wenn euch der Bulldog lieb ist, verzichtet derzeit - bis auf eine Wende zum Wohl der Hunde - auf den Kauf eines Welpen!*



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ansonsten folgende Hinweise:

Welpen von DujolivifVor dem Kauf einer Bulldogge sollten Sie sich - wie VOR jeder Anschaffung eines Heimtiers - selbst genau geprüft haben, ob Sie zum Bulldog passen und alle nötigen Voraussetzungen gegeben sind, auch die finanziellen (* siehe unten).

Spontankäufe schaden nur dem Hund und letztlich sich selbst. Spontankäufe sind allzu oft blanke Tierquälerei. Haben Sie alles wohl bedacht, so stehen sie bei der Suche nach einem guten Züchter vor einer meist schwierigen Aufgaben.

Vereine: Neben der Zucht im VDH gibt es mindestens 10 Vereine zur Zucht des Bulldogs, deren Züchter regelmäßig Welpen verkaufen. Doch bis dato hat von all diesen Vereinen lediglich der noch sehr kleine Englische und Französische Bulldoggen e.V. eine Zuchtordnung für Bulldogs, die das Wohl und die Gesundheit der Hunde in den Mittelpunkt stellt. Sollten die neuen Richtlinien des VDH tatsächlich zur züchterischen Praxis werden, so zählten die Züchter auf Basis dieses VDH-Programms sicher zur ersten Wahl! Wir werden hier auf dem Laufenden bleiben.

*>>> Unsere Hoffnung für die Zukunft des Bulldogs: Die Züchter auf Basis des VDH-Programms erfahren Sie hier. <<<

Züchter, wo man vorbeischauen sollte, z.B.:
http://www.smoothpowerpack.de/
http://www.vonderstubentraenke.de/
http://www.bulldoggen-dujolivif.de/
http://www.sweet-devil-dogs.de/


Aber: Es gibt leider auch unzählige große und kleine Vermehrer, mitten in Deutschland, bei denen die "Liebe zum Bulldog" lediglich durch den Geldbeutel geht. Man sollte immer bedenken; jeder kann sich als "großer Bulldog-Züchter" ausweisen, hierzu bedarf es keinerlei rechtlicher oder fachlicher Voraussetzungen. Es gibt nur ganz wenige seriöse Züchter, aber es gibt sie glücklicherweise, die echte Fachkompetenz aufzuweisen haben und das Wohl und die Gesundheit der Bulldogs im Auge haben (siehe Punkte unten).

Papiere: Man sollte auf vollständige Papiere, idealerweise VDH-Papiere achten. Auch ein DNA-Abstammungs- und Identitätsnachweis spricht für die Seriösität der Züchter. Dabei geht es nicht primär um die Papiere selbst. Ahnentafel, tierärztliche Dokumente, Identitätsnachweise können aber eine sorfältige Zucht dokumentieren - oder eben nicht. Unterstützen Sie bitte keine Vermehrer, windige Geschäftemacher und Hundehändler, indem sie auf ordentliche Papiere achten. In Mode ist auch, Welpen mit Papieren ausländischer FCI-Verbände auszustatten (besonders UK, Ungarn und Griechenland sind bei solchen "Züchtern" beliebt). Damit wird meist nur die Unseriösität der Zucht dokumentiert, die sich selbst der wenigen Kontrollen in Deutschland entzieht. Meist sind solche Praktiken auch direkt mit Hundehandel verbunden.

Leider können wir Ihnen hier nur allgemeine Hinweise mit auf den Weg geben. Wir arbeiten aber an transparenten Kriterien nach denen wir bestimmte Bulldog-Würfe direkt empfehlen können.

So oder so - man sollte in jedem Falle NUR direkt bei einem Züchter (oder Tierheim/Bulldogge in Not) einen Welpen kaufen.

Vorsicht vor Hundehändlern, betrügerischen Züchtern und zweifelhaften Papieren von unseriösen "Zucht"-Verbänden oder ausländischen FCI-Papieren!

Besonders auf Online-Märkten wie www.Deine-Tierwelt.de oder in Kleinanzeigen der Zeitungen tummeln sich - neben seriösen Angeboten - die Vermehrer und Tierhändler.

Bitte bedenken Sie, dass der Bulldog ein interessantes Geschäft sein kann, wofür manche buchstäblich über (Hunde-)Leichen gehen. Hinter jedem solcher Welpen steckt auch das Elend der Mutterhündinnen.

Kauf bei einem Hundehändler ist Tierquälerei!

Kaufen Sie nur direkt und vorort beim Züchter - oder im Tierheim oder einen in Not geratenen Bulldog (siehe Bulldog Rescue)!


WelpenAm besten, Sie informieren sich schon lange vor einem Kauf über die Züchter und nehmen Kontakt auf. Ist es soweit, lassen Sie sich den Wurf mit Muttertier schon beim ersten Besuch VOR dem Kauf zeigen: seriöse Züchter wünschen dies sogar.

Dokumentation: Zeigt der Züchter Fotos vom ganzen Wurf und auch kurz nach der Geburt? Zeigt er auf den Fotos auch die Welpen von hinten, so dass man die Läufe und den Körper sehen kann? Trinken die Welpen selbständig an der Mutter? Fragen Sie auch nach Elterntieren und Veteranen des Zwingers.

Züchter, die auf den Wunsch nach einem Besuch ausweichend reagieren (z.B. Vorwand wegen Ansteckungsgefahr der Welpen), sollte man meiden. Mindestens das Muttertier und der Wurf selbst sollten vorort sein und nach etwa 5 Wochen besucht werden können. Der Standort des Vaters sollte genannt sein. Alle Tiere sollten selbstverständlich in gutem Zustand sein und idealerweise mit im Haus leben.

Fragen Sie nach Richtlinien bzw. Erfahrungen, nach denen die Zucht betrieben wird. Eine seriöse Zucht bedarf fundierter Fachkenntnis und langer Erfahrung, sowohl von Zucht allgemein als auch vom Bulldog im besonderen. Seriöse Zucht heisst mehr als "mal schnell einen Wurf" organisieren. Das gilt gerade auch bei Englischen Bulldoggen!
Lassen Sie sich den Stammbaum (Ahnentafel) des Welpen bzw. der Elterntiere zeigen. Er sollte keinesfalls das Ergebnis einer Inzucht oder Inzestzucht sein. Möglichst kein im Stammbaum der Elterntiere aufgeführter Ahne sollte doppelt vorkommen! Zeigt der Züchter Ihnen schon vorher den Kaufvertrag, so dass sie ihn zuhause in Ruhe durchlesen können?

Fahren Sie immer mindestens zweimal zum Züchter. Fällen Sie nie direkt unter dem betöhrenden Eindruck der Welpen eine Kaufentscheidung, auch nicht wenn die Kinder drängen, auch nicht, wenn Ihre Gefühle sprechen!

Welpen VonderStubentränkeEs gibt Züchter, die organisieren regelmäßig Treffen ihrer Welpenkäufer, manche sogar offene Treffen. Das sollte man als ernsthaftes Signal des Vertrauens sehr positiv bewerten. Züchter, die solche Treffen organisieren, die den Austausch ihrer Welpenkäufer untereinander begrüßen, haben Vertrauen in ihre Zucht, leisten eine seriöse Arbeit und habe "nichts zu verbergern" - ein sehr deutliches Qualitätsmerkmal.

Gerade Champions sind zumeist von gesundheitsschädigender Extremzucht, Überzüchtung und Inzucht ganz besonders betroffen - auch hier gibt es natürlich Ausnahmen. Der im Oktober 2011 eingeschlagene Kurs des VDH, Richter einzusetzen, die keine Gegner des neuen Standards sind, lässt jedenfalls hoffen, dass man künftig auch vom VDH gekürte Champions empfehlen kann. Von Champions müssen wir dem Bulldog-Liebhaber ansonsten dringend abraten.

Bitte bedenken Sie, dass ein nicht gesunder (oft billig angebotener) Welpe SEHR TEUER werden wird !!!

Der große Champion oder das scheinbare Schnäppchen sind meist der Beginn eines teuren und schmerzvollen Weges für Hund und Halter. Immer wieder erreichen uns Anfragen besorgter und betrogener Bulldog-Käufer mit zum Teil schockierenden, leidvollen Schicksalen ihrer Welpen und für sich selbst.

Bei selbstkreierten "Rassen" und "Designer-Dogs mit Bulldog-Anteil ist größte Vorsicht geboten. Siehe hierzu auch das Kapitel "Andere Bulldogs".

* einige Voraussetzungen, die Sie VOR der Suche nach Welpen sorgfältig bedacht haben sollten:

- Passe ICH zum Bulldog?
- Will ich mit ihm 10 Jahre meines Lebens teilen, jeden Tag, auch im Urlaub?
- Habe ich die Zeit, die Partnerschaft zu pflegen?
- Wird sich der Bulldog bei mir richtig wohl fühlen können?
- Habe ich die finanziellen Mittel, kann ich auch ev. nötige teure medizinische Behandlungen bezahlen?

(von Christoph Jung)


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