Bulldog Vereins-Historie

Eine kurze Geschichte des Vereinslebens um den Englisch Bulldog in Deutschland

von Christoph Jung

Um 1900

Der Bulldog ist eine der ersten, wahrscheinlich sogar DIE erste Hunderasse der modernen Hundezucht. Schon 1864 schrieben die Engländer den ersten Rassestandard für ihren Nationalhund auf. Aber auch auf dem Kontinent war der Bulldog aus England schon immer begehrt. Bereits im 19. Jahrhundert entstand fast ein Dutzend Rasseclubs um den Bulldog im deutschsprachigen Raum. In den 1890er Jahren gab es etliche deutsche Bulldog-Clubs wie in Düsseldorf, Köln oder Stuttgart und ein damit verbundenes Zucht- und Ausstellungswesen, also lange vor der Gründung zum Beispiel des Schäferhund-Vereins. Es wurden noch viele Hunde von der Insel importiert, aber es war schon sehr früh eine breite und wohl organisierte Zuchtszene im kaiserlichen Deutschland entstanden. Die Bulldog-Clubs dieser Zeit gehörten zu den ersten Rassehunde-Clubs in Deutschland überhaupt.

1912Der Bulldog wurde allerdings keineswegs als "englisch" angesehen. Vielmehr sah man in ihm eigentlich einen originär germanischen Hund, eine Variante des "deutschen" Bullenbeißers, den es überall gab. In seinem Buch "Der Englische Bulldog" von 1903 schreibt der zu seiner Zeit wohl profilierteste Bulldog-Züchter Heinrich von Werden:

"Der Bulldog ist vielmehr aller Wahrscheinlichkeit spanischen, wenn nicht germanischen Ursprungs und ist in England nur zu dem heutigen Typ herangezüchtet worden.... Gelingt es auf dem Kontinent, die Bulldog-Rasse konstant und rein in diesem Typ zu erhalten, so wird über Jahr und Tag das Epitheton "englisch" verschwinden und wir können mit Fug und Recht den englischen Bulldog einfach als Bulldog ohne fremdländische Bezeichnung benennen..." So wurde aus der Bulldog-Zucht eine Aufgabe von nationalem Rang ;)

KBC Mitgliedsausweis 1911Aus dem 1901 gegründeten "Verband Continentaler Bulldog-Züchter und Liebhaber" und einem halben Dutzend weiterer Bulldog-Vereine entsteht 1904 der "Kontinentale Bulldog Club", der Vorläufer des CEB und des heutigen ACEBs. Erster Vorsitzender war F.W. Pelzer aus Eppstein im Taunus, der zu jener Zeit zweimal frankfurter Schach-Meister war. Die deutsche Bulldog-Zucht gelangte zu einer beeindruckenden und nie wieder erreicheten Blüte. Diese wurde durch den 1. Weltkrieg jäh beendet. Das Bild des Bulldogs änderte sich schnell und erreichte Mitte der 30er Jahre in etwa das des heutigen Typus - allerdings bei weitem nicht so extrem und schwer wie die meisten Champions nach 1970.

Achten Sie einmal auf die Falten am Kopf dieser echten Bulldogs und die armen Show-Bulldogs mit ihren Hautzelten über der kaum vorhandenen Nase heute!

1933-1945 Mutiger Einsatz für den English Bulldog

Otti Herrmann war in den 30er bis 60er Jahren die Vorsitzende des CEB. Erst 10 Jahre nach ihrem Tod begann die Phase der zunehmenden Qualzucht beim Bulldog. Otti Herrmann war eine echte Bulldoggerin und noch nicht geleitet von Eitelkeit, Selbstdarstellung und Gewinnsucht. Sie wird von ihren Zeitgenossen als eine ungewöhnlich integere und mutige Persönlichkeit beschrieben und die überlieferten Dokumente bestätigen das. Zahlreiche Anekdoten sind überliefert. So schrieb Otti Heermann sehr bewegend über eine Bombennacht während des Krieges, die sie mit ihren Bulldogs im Luftschutzkeller verbrachte. Sie schützte ihre Bulldogs voller Verzweiflung und Mut mit ihrem eigenen Leben gegen Bomben, Hunger und Nazi-Schergen.

Wilhelm Herz, war ein ebenso beherzter Verteidiger des Bulldogs in jener Zeit. Im April 1943 wurde er vom NSdAP-Ortsgruppenleiter aufgefordert, seine "Englischen Bulldoggen abzuschaffen, da es einem deutschen Manne nicht würdig wäre, solche Hunde zu züchten." Daraufhin wendete sich Herz in einem Brief an den Gauleiter Sprenger, einen mächtigen Nazi-Funktionär, mit den Worten, "dass es nicht würdig eines deutschen Mannes wäre, sich an einem englischen Hund zu rächen." DAS waren echte Bulldogger, worauf wir noch heute stolz sind. Solche Bulldogger behüteten ihre Hunde und hätten die Qualzucht-Eskapaden der heutigen Bulldog-Szene niemals zugelassen. Hier ein Foto der Familie Herz aus Lampertheim bei Worms aus dieser Zeit - man achte auf den Typus der Bulldog-Mutter in der Mitte: Einfach klasse! Es schmerzt, wenn man sieht, was heute aus dem Bulldog und der Bulldog-Szene geworden ist.

Familie Herz um 1940

1945-1965 Wiederaufbau

Nach dem Krieg bewahrte Otti Herrmann ihre Bulldogs auch davor, von der englischen Besatzungsmacht eingezogen zu werden. Aus ihren Texten geht hervor, wie sehr ihre Bulldogs und sie sich wortlos und unmittelbar verstanden. Oft sind ihre Texte auch mit Humor und Schmuzeln über die unterschiedlichen Charaktere ihrer Bulldogs durchzogen. Eine wunderbare Frau, Bulldogliebhaberin und Züchterin, die ein großes Vorbild ist! Otti Herrmann hatte sich nach den Schrecken des Hitler-Faschismus mit Hilfe der Bulldog-Freunde aus den Niederlanden sofort an den Wiederaufbau des Bulldogslebens in der BRD gemacht - was ihr vorerst auch gelungen war.

1965- 1971 - der CEB im Niedergang

Nach dem Tode von Otti Herrmann 1964 übernahm Ober-Ingenieur W.Seemann aus Baden-Baden zunächst kommissarisch die Leitung des CEB und wurde später zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Zahl der auf Ausstellungen vertretenen Bulldoggen sank aber und eine schlechte Zahlungsmoral bei den Beiträgen musste beklagt werden. Seemann gelang es nicht, den Verein zusammenzuhalten und zu neuen Erfolgen zu führen. Er kapitulierte vor den Intrigen einiger Mitglieder und legte sein Amt nieder. Am 31.12.1968 trat er zusammen mit Kassierer Kurt Grimm aus dem CEB aus. Vorher richtete er noch einen Brandbrief an den VDH mit der Bitte, sich um den CEB zu kümmern.

1971 - der VDH hilft

Der VDH nahm diese Bitte ernst, aber erst 1971 waren seine Bemühungen erfolgreich. VDH-Hauptgeschäftsführer Ditthardt und Bulldog-Züchter Rudolf Maaß aus Lübeck ergriffen Anfang 1971 Maßnahmen zur Reaktivierung des CEB. Am 06.11.1971 wurde unter Federführung des VDH ein Vorstand und weitere Gremien gebildet.
Mit 13 Mitgliedern hatte sich der CEB neu konstituiert. Die Züchterin Kari Wolfsjäger wurde zur 1. Vorsitzenden gewählt.

Der CEB blüht auf

Die Bulldog-Zucht lebte auf und eine Blüte des CEB begann. Kari Wolfsjäger hatte großes Geschick in der Gewinnung neuer, nicht selten auch prominenter und kapitalkräftiger Mitglieder und Förderer des CEB. So wurde über Jahre hinweg die Mitgliederzeitung unentgeltlich vom Burda-Verlag gedruckt, gestandene Persönlichkeiten der Gesellschaft übernahmen Ehrenämter. Die Mitgliederzahl war bereits im Jahr 1973 auf 218 angewachsen. Der CEB war damit nach eigener Feststellung der größte Bulldog-Club ausserhalb Englands geworden. Regelmäßig wurden Ausstellungen organisiert, internationale Kontakte gepflegt. Die Welpen aus den Zwingern des CEBs waren sehr gefragt. Es gab Bestellungen aus aller Welt, selbst aus des Bulldogs Mutterland England. 1974 wurde der CEB als e.V. in Dortmund eingetragen. Zum 75-jährigen Bestehen des CEB wurde am 15./16.Mai 1976 eine internationale Clubshow in Brühl organisiert. Der damals renomierte Züchter Ernie Hubbard aus New Jersey, USA, konnte als Richter gewonnen werden. Der CEB war auf seinem Höhepunkt.

Der Kommerz nimmt Oberhand

Doch die 1. Vorsitzende Kari Wolfsjäger hatte auch eine Schattenseite. Es häuften sich Beschwerden über kranke Bulldogs, unseriöse Geschäftspraktiken und Verstöße gegen die Zuchtordnung. Hier ein damaliger Super-Champion: Immer noch ein gesunder Typus.

Kari Wolfsjäger als 1. Vorsitzende bügelte diese Beschwerden regelmäßig ab. Nicht ohne Grund, war sie doch höchstpersönlich in diese Praktiken involviert. Wolfsjäger war die erfolgreichste Züchterin der 70er Jahre im deutschsprachigen Raum. Mit ihrem Zwinger "Cincinatti" belegte sie bei Ausstellungen regelmäßig erste Plätze und züchtete zahlreiche Champions. Welpen ihres Zwingers waren sehr begehrt und erzielten gute Preise. Ein Kampf zwischen echten Liebhabern der Hunde und den Züchtern um Wolfsjäger, für die der Gewinn im Mittelpunkt stand, entbrannte. Kari Wolfsjäger konnte zunächst die Züchterinteressen durchsetzen und die Beschwerden erfolgreich abblocken. Doch das sollte sich ändern. Als später sogar der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes, Klaus Ennulat, beim VDH vorstellig wurde, nahm sich dieser der zahlreichen Beschwerden an. Der VDH führte eine Untersuchung der Zustände im CEB durch.

Ausschluss aus dem VDH

Das Ergebnis war niederschmetternd, der VDH-Vorstand war ob des Umgangs mit Hunden und Kunden durch den CEB empört. So beschloß der VDH-Vorstand am 15.03.1976 den Ausschluss CEB e.V. aus dem VDH.In der Begründung des VDH-Vorstandes heisst es. : "Zusammenfassend ist zu sagen, daß der CEB in seinen Reihen Mitglieder duldet, die gegen tierschützerische Gedanken und gegen Zuchtbestimmungen verstoßen. Besonders erschwerend ist, daß diese Vorwürfe gegen ein Mitglied in konzentriertem Maße erhoben werden, das in leitender Funktion des CEB tätig ist: Frau Kari Wolfsjäger." - ein vernichtendes Urteil des VDH-Vorstandes - und es sollte nicht das letzte bleiben.

1976 - der CEB am Ende

Erst ein neuer kommissarischer Vorstand um Dr. Bernhard Deermann und Prof.Dr. Wilhelm Dittmer konnte den Vollzug dieses Ausschlusses abwenden. Allerdings sollte der CEB auf Wunsch des VDH liquidiert und stattdessen ein neuer Bulldog-Verein im VDH geschaffen werden. Zudem war im Frühjahr 1976 mit dem "Deutschen Club für Englische Bulldogs e.V." ein zweiter Bulldog-Verein gegründet worden, der Antrag auf Mitgliedschaft im VDH gestellt hatte. Der VDH drängte auf ein Zusammengehen beider Vereine - allerdings unter Ausschluss der Leute um Wolfsjäger - in einem neu zu gründenden Bulldog-Verein.

Am 09.03.1977 gründeten so sieben Unterzeichnende den Allgemeinen Club für Englische Bulldogs (ACEB).

Die 7 Gründer des ACEB waren: Yvonne Autermann, Dr. Bernhard Deermann, Doris Ehrenstein, Friedrich Krudewig, Robin Preston, Hubert Rechmann und Dr. Ulrich Schäfer. Deermann, Preston und Schäfer bildeten das Präsidium, Krudewig wurde Zuchtleiter und Ehrenstein Geschäftsführerin. Auch Imelda Angehrn und das Ehepaar Grell / Grell-Hansohm waren zu der Zeit bereits in dieser Szene aktiv. Dr. Bernhard Deermann wurde später von der Mitgliederversammlung des ACEB zum 1. Vorsitzenden gewählt.

1977 - der ACEB wird gegründet, der CEB aufgelöst

Unmittelbar nach Gründung des ACEB wurde wie geplant und mit dem VDH abgestimmt der CEB durch einstimmigen Beschluss der Mitgliederversammlung am 21.05.1977 offiziell aufgelöst - entsprechend §18(2) der Satzung des CEB in der 2. Abstimmung auch durch Beschluss Anwesenden und ohne die im ersten Beschluss notwendigen 2/3 der Mitglieder (Einladung vom 18.04.1977, Kurzprotokoll dazu). Danach stellte der gerichtlich bestellte Liquidator Rolf Ehrenstein offiziell die Auflösung fest (diese wurde entsprechend veröffentlicht und beim AG Dortmund angezeigt; offizielle Bekanntgabe im VDH-Organ "Unser Rassehund" 1977 und belegt durch Auszug aus dem Vereinsregister von 1977) . Der CEB existierte nicht mehr und ging mit den meisten seiner am Schluß noch 171 Mitglieder im ACEB auf. Über 70 Jahre hinweg hatte der CEB dem Bulldog die Treue gehalten. Leute wie Otti Herrmann hatten unter grossem Einsatz den Bulldog durch den Zweiten Weltkrieg und vor dem Hass der Nazis retten können. Aus Geldgier einiger Züchter war er in seinen letzten Jahren aber so tief gesunken, dass er wegen Tierquälerei aus dem VDH ausgeschlossen und aufgelöst wurde. Nun hatte der ACEB das Erbe des CEB übernommen. Er war jetzt der einzige Verband, der den English Bulldog im VDH und in der BRD ganz allgemein vertrat. Kari Wolfsjäger und einige andere CEB-Züchter versuchten letztlich auch per Gericht, eine Mitgliedschaft im ACEB zu erzwingen. Dem ACEB gelang es aber erfolgreich Leuten wie Kari Wolfsjäger die Mitgliedschaft zu verwehren.

Moderne Zuchtordnung

Zuchtleiter Krudewig und Dr.med.vet. Witteborg entwickelten im ACEB eine Zuchtordnung, die von dem Wohl und der Gesundheit des Bulldogs getrieben wurde. Eine für die damalige Zeit keineswegs selbstverständliche HD-Untersuchung wurde vorgeschrieben, Inzucht und Inzestzucht ausdrücklich verboten. Hündinnen durften erst ab einem Alter von 15 Monaten belegt werden. Dr. Witteborg entwickelte detaillierte Anweisungen, wie eine HD-Aufnahme anzufertigen und zu interpretieren sei. Die Gesundheit des Englisch Bulldogs wurde endlich ernst genommen. Auch auf ein seriöses Geschäftsgebaren seiner Züchter legte der Vorstand grossen Wert.

Wieder Streit um Kommerz und Eitelkeiten

So wundert es nicht, dass der Vorstand bei einigen Züchtern nicht gerade gut gelitten war. Der Kampf mit unserösen Züchtern ging wie schon beim aufgelösten CEB weiter. Er führte in einigen Fällen zu juristischem Streit zwischen Vorstand und Zuchtleitung auf der einen und einzelnen Züchtern auf der anderen Seite. Eine Züchterin aus Norddeutschland verkaufte einer alten Dame einen überlebensunfähigen Welpen ohne Schließmuskel und musste erst juristisch gezwungen werden, den Kaufpreis zurückzuerstatten. Dr. Deermann entschuldigte sich im Namen des ACEB persönlich bei der alten Dame. Die gleiche Züchterin musste wiederholt wegen Verstößen gegen die Zuchtordnung angemahnt werden. Insgesamt eine erschreckend kaltschnäuzige Tierquälerei, so die Auffassungen des damaligen ACEB-Vorstands. Bemerkenswert, dass solche Züchter/Zuchtrichter später über lange Jahre hinweg führende Positionen im ACEB bekleiden können.

1978 - neue Erfolge

Im Mai 1978 wurde in Brühl eine der erfolgreichsten Veranstaltungen seiner Zeit durchgeführt. Die Richter Dora Wakefield und Prinz Alexander von Ratibor und Corvey hatten ein volles Pensum und mussten 87 Bulldogs aus dem In- und Ausland richten. Frau Angehrn und Frau Preston erhielten für ihre Bulldogs Urkunden als Deutsche Champions. Dr. Deermann, Dr. Schäfer und Doris Ehrenstein wurden mit der silbernen Ehrennadel des VDH ausgezeichnet. Es gab ein Kinderprogramm, eine Tombola, selbstgebackenen Kuchen, Filmvorführungen und ein festliches Abendessen. Zu dieser Zeit zählte der ACEB um die 200 Mitglieder. Zum 01.01.1979 eröffnete der ACEB schließlich das neue Zuchtbuch in das Eintragungen des CEB und DCEB eingingen. Es war zu seiner Zeit das einzige Zuchtbuch für Englische Bulldogs in der damaligen BRD.

1980 - ACEB entzweit, 4 der 7 Gründungsmitglieder treten aus

1980 eskalierte der Streit zwischen Vorstand und der Mehrheit der Züchterschaft im ACEB. Der erste Vorsitzende Dr. Deermann, Zuchtleiter Friedrich Krudewig, Geschäftsführerin Doris Ehrenstein und Schriftführerin Cornelia Deermann sahen schließlich in der Arbeit im ACEB keine Basis mehr für das Wohl und die Gesundheit des English Bulldogs. Mit ihnen traten einige weitere Mitglieder, zusammen 4 der 7 Gründungsmitglieder des ACEBs, aus diesem aus. Die Züchter hatten nun das uneingeschränkte Sagen im ACEB. Die oben angesprochenen Verfahren gegen unseriöse Zuchtpraktiken wurden eingestellt.

Der Bulldog hat bessere Menschen um ihn verdient

Leider war das Vereinsleben um den English Bulldog immer wieder geprägt von persönlich ausgetragenen Ränken, Intrigen, Eitelkeiten und skrupellosen Kommerz-Interessen - rücksichtslos zu Lasten des Wohls unserer Bulldogs. Wenn auch nur 10% der Energie, die die inzwischen alten Größen der deutschen Bulldog-Szene für Ränkeleien aufwendeten und aufwenden, in Sorge um das Wohl und die Gesundheit des Bulldogs investierten - es wäre schon gut um den Bulldog bestellt. Es ist leider zu befürchten, dass sich das bis in die heutigen Tage nicht wirklich geändert hat. Intrige und Verleumdung ist nur die andere Seite der Qualzucht-Medaille.

1980 - Verein der Freunde Englischer Bulldogs

Dr. Deermann hatte im CEB und im ACEB gegen unseriöse Zuchtpraktiken gekämpft. Dieses Ziel sollte nicht aufgegeben werden. So entstand die Idee, einen neuen Bulldog-Verein, diesmal allerdings ohne Züchter, zu gründen, den Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V. (VdFEB). Ein Hundeverein nur für die Liebhaber des Bulldogs - das war ein ganz neuer Gedanke. Leider konnte sich auch dieser Verein unter Führung von Cornelia Savory-Deermann, Tochter von Dr. Deermann, nie vom hier dargestellten Stil der Auseinandersetzung befreien. Er bleib hinsichtlich des Ringens um das Wohl und die Gesundheit des English Bulldogs bedeutungslos. Das Intrigantentum des ACEB wurde nahtlos fortgeführt. Letztlich mussten sogar deutsche Gerichte den verleumderischen Stil bestimmter Personen verurteilen. Folgerichtig löste sich der Verein in interner Zerstrittenheit schließlich auf, allerdings ohne im Nachgang auf sein intrigantes Wirken gegen eine Gesundung des Bulldogs durch einzelne Ex-Mitglieder zu verzichten. Als der Kennel Club Ende 2008 damit begann, sich für die Gesundung des Bulldogs einzusetzen und schließlich auch der VDH den Bulldog-Zuchtverein ausschloss, verbündete sich diese Szene unter dem Mantel harmloser "Bulldog-Freunde" sofort mit den Qualzucht-Vertretern und anderen zwielichtigen Gestalten der Bulldogszene und scheute sogar vor offen rechtswidrigen Aktionen zur Verhinderung eines Gesundzuchtprogramms nicht zurück.

Wuff 2-2012ACEB - Qualzucht findet Niedergang

Auch der ACEB selbst erlebte ein solches Schicksal. Nachdem er 30 Jahre lang aktiv am Qualzuchtgeschehen mitgewirkt und der Vorstand sich zuletzt aktiv und öffentlich gegen den neuen Standard zur Gesundung des Bulldogs stark gemacht hatte, fand er Ende 2010 seinen eigenen Niedergang. Sein Hauptaugenmerk lag auf der Niederhaltung und Bekämpfung derjenigen Kräfte, die sich für ein Gesundzuchtprogramm und den neuen Standard des Kennel Clubs einsetzten. Restlos zerstritten, komplett heruntergewirtschaftet und am Rande der Insolvenz war er schließlich handlungsunfähig. Lediglich das auf die Qualzucht ausgerichtete Show-Wesen wurde vom ACEB-Vorstand bis Mai 2011 noch organisiert. Die auf die Gesundheit des Bulldogs ausgerichteten Züchter kamen leider nicht mehr zum Zug. Der VDH-Vorstand beantragte schließlich im August 2011 den Ausschluss des ACEB aus dem VDH. Kurze Zeit später löste sich der nun insolvente ACEB auf. Es war das zweite Mal, dass der Bulldog-Zuchtvererein aus dem VDH ausgeschlossen werden musste - auch das eine einmalige Bilanz.

Hinter Qualzucht stehen immer konkrete Menschen, die diese ausführen - als Züchter, als Show-Richter, als Funktionär, aber letztlich auch als Käufer solcher Welpen. Qualzucht ist kein Naturereignis. Die Leiden des heutigen Bulldogs wurde alleine durch Menschen erzeugt. Wie das ethische Niveau dieser systematischen Tierquälerei an diesen wunderbaren, dem Menschen so zugewandten Hunden, so auch das ethische Niveau dieser handelnden Menschen.

Der Bulldog hätte bessere Menschen verdient.



Mehr zu Geschichte des Bulldogs in alter und neuer Zeit in meinem Buch:




(Text dieser Seite von Christoph Jung)


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