Thema HD beim Bulldog: Statement des Vorsitzenden des britischen Bulldog Breed Council, Arthur Rowe

Der Herausgeber von Bulldogge.de, Christoph Jung, fragte den Vorsitzenden des britischen Bulldog Breed Council, Arthur Rowe, nach der Bedeutung von HD in dem aktuellen Programm des Kennel Clubs zur Gesundung des Bulldogs.

Kennel Club 2012Hintergrund: Der Kennel Club veröffentlichte im Januar 2012 ein Video mit einer ersten Bilanz der 2009 eingeleiteten Wende in der Hundezucht, zu der als einer der ersten Schritte ein neuer, gesundheitsorientierter Standard für den Bulldog zählte.

Der seit vielen Jahren international marktführende Bulldog-Produzent Norman Davis (Ocobo + Mystyle Show Bulldogs) zeigt hier erste Fortschritte seiner Abwendung von einer Show-Zucht, die man lange Jahre als Qualzucht bezeichnen musste. Hier zeichnet sich eine gute Entwicklung selbst in der kommerziellen Züchterszene im Mutterland des Bulldogs ab (Klick auf den Screenshot rechts, ab min 15 gehts um den Bulldog).

Wie Arthur Rowe ausführt, spielt HD bei den Bemühungen um die Verbesserung der Gesundheit des Bulldogs im United Kingdom, dem Mutterland des Bulldogs, derzeit keine besondere Rolle. Der Verband für das deutsche Hundewesen, VDH, der im Juli 2011 unmittelbar die Verantwortung für die Zucht des Bulldogs unter seinem Dach übernahm, besteht demgegenüber auf denselben HD-Normen, die bespielsweise ebenso für einen Deutschen Schäferhund oder einen Windhund gelten. Der VDH will noch nicht einmal die Ausnahmeregelung, auch nicht befristet, für HD zur Anwendung bringen, die er selbst in seiner Zuchtordnung ausdrücklich vorsieht (VDH-Zuchtordnung, III 13., Stand 1.1.2011). Eine kompromisslose und abrupte Durchsetzung der VDH-HD-Kriterien bedeutet aber mit großer Wahrscheinlichkeit das Ende der seriösen Bulldog-Zucht in Deutschland. Darauf habe ich die verantwortlichen Herren bereits mehrfach und seit Monaten hingeweisen und eine befristete Anwendung der im VDH-Regelwerk explizit vorgesehenen Ausnahmegenehmigung vorgeschlagen. Es gibt heute wahrlich größere zu lösende Probleme in der Bulldog-Zucht als HD, die real tierschutzrelevant sind. Auch wenn es durchaus richtig ist, Bulldogs zur ZTP auf HD zu testen und mittlere wie schwere HD aus der Zucht zu lassen, so wäre es unverantwortlich, die Zucht des Bulldogs unter dem Dach des VDHs, ohne Not und ohne ein Gesundzuchtprogramm auch nur ernsthaft begonnen zu haben, sterben zu lassen.

Hier der Standpunkt von Bulldogge.de zu HD.

Nachfolgend der Standpunkt des britischen Bulldog Breed Council, den mir Arthur Rowe am 29.02.2012 persönlich mitteilte:

Dear Herr Jung

I am sorry to hear your bad news from Germany. In the UK there is a joint Kennel Club/British Veterinary Association scheme for Hip Dysplasia, this is not compulsory for any breed and is undertaken by owners in breeds where HD is considered a problem. Bulldogs are tested very rarely, there were no tests carried out under the scheme in the last four months of 2011. There were 4659 Bulldogs registered with our Kennel Club in 2011*. There have been bulldogs tested under the official scheme in the past which have indicated a high hip score. So to sum up, here in the UK, does HD exist in the breed we have to answer Yes but it only is a problem in a very small number of dogs and certainly not in enough dogs to justify a blanket testing scheme.

Similarly in the USA, Bulldogs are at the top of the Canine Health Information Centre (CHIC) league table for HD with a large percentage considered dysplastic, however there have only been 506 dogs tested since January 1974 giving on average about 10 per year. Bulldogs are the 6th most popular breed in the USA and have several tens of thousands of registrations with the American Kennel Club each year. So again does HD exist in the breed Yes, does it have a bad effect on a large number of dogs NO not from the figures we have available to us, and certainly not in sufficient numbers to justify having a blanket scheme for every dog.

I hope you find this information helpful and if I can be of further help please let me know.

In the UK we consider there are more urgent problems in the breed than HD.

Kind regards Arthur Rowe



Übersetzung in Deutsch nach Google:

"Es tut mir leid, deine schlechten Nachrichten aus Deutschland zu hören. In Großbritannien gibt es eine gemeinsame Kennel Club / British Veterinary Association Regelung für Hüftdysplasie, die nicht für jede Rasse obligatorisch ist und von Haltern von Rassen, bei denen HD als Problem gilt, wahrgenommen werden. Bulldogs werden sehr selten getestet, es gab keine durchgeführten Tests im Rahmen der Regelung in den letzten vier Monaten des Jahres 2011. Es wurden 4659 Bulldogs mit unseren Kennel Club im Jahr 2011 registriert. Es wurden Bulldogs unter dem offiziellen Programm in der Vergangenheit gestest, die einen hohen Hip-Score ergeben haben. Also, um zusammenzufassen, hier in Großbritannien müssen wir die Frage ob wir HD in der Zucht haben, mit Ja beantworten, aber es ist nur ein Problem für eine sehr kleine Anzahl von Hunden und es gibt schon gar nicht genug Hunde, um ein Testprogramm zu rechtfertigen.

Auch in den USA stehen Bulldogs an der Spitze der Canine Health Information Centre (CHIC) Liga-Tabelle für HD mit einem großen Prozentanteil als dysplastisch, es wurden jedoch nur 506 Hunde getestet seit Januar 1974, was im Durchschnitt etwa 10 pro Jahr sind. Bulldogs sind die 6. beliebteste Rasse in den USA und haben mehrere zehntausend Registrierungen mit dem American Kennel Club jedes Jahr. Also wieder HD ist in der Zucht existent Ja, ist es eine schlechte Wirkung auf eine große Anzahl von Hunde haben keine nicht von den Zahlen haben wir uns zur Verfügung, und schon gar nicht in ausreichender Zahl zu rechtfertigen, die eine Decke Schema für jeden Hund.

Ich hoffe, Sie finden diese Informationen hilfreich und wenn ich Ihnen weiter behilflich sein kann, lassen sie es mich wissen.

Im Vereinigten Königreich gibt es dringendere Probleme in der Zucht als HD."

* beim VDH um die 80 pro Jahr !



Ein Beitrag von Christoph Jung